In der römisch-katholische Kirche büßte Uriel seine Stellung als Erzengel, im Zuge der Verbote der aus kirchlicher Sicht bedenklichen Engelanbetungen und -kulten, ein. So wurde in der Synode von Laodicea (vgl. Kanon 35), 343-380, die falsche Verehrung (vgl. cf. Kol. 2:18-19) der Engel und die Schaffung von Engelkulten verboten, die schon zur Zeit der Apostel existierte. Als Beleg hierfür sei der Kolosserbrief 2, 18 - 19, „Lasst euch durch niemand um euren Kampfpreis bringen, der sich gefällt in scheinbarer Demut und Verehrung der Engel ... und der sich nicht hält an das Haupt" angeführt. Darauf folgte 745 das Konzil von Rom unter Papst Zacharias mit dem konkreten Verbot der Anrufung und Verehrung der Engel Uriel, Raguel, Adimis, Tophoas und Sabaoth, mit der Begründung, dass diese Engel in Wirklichkeit Dämonen seien. Die theologische Forschung gibt für den Engelsbezug pastoralpsychologische[2] und psychologische Gründen[3] an und für die Verdammung der genannten Engel das Bestreben der Kirche die Machtsturkturen zu sichern. Bis zu Konzil von Rom tauchte der Name Uriel in 3. Esdra ab Kap. 4. „Apokryphe Apokalyptik“ häufig auf und damit ganz allgemein in der Septuaginta. Wie man der Vatikanische Bibliothek entnehmen kann, gab es im 15. Jahrhundert durch den Mönch Amadeus Menez de Silva (um 1420 - 1482) die Bestrebung die dämonisierten Engel kirchenoffiziell wiederanerkennen zu lassen, was aber kategorisch abgelehnt wurde, ebenso seine späterer Versuch, wenigstens für Uriel die Anerkennung durchzusetzen.
In anderen christlichen Kirchen taucht Uriel namentlich in vielen alten Litaneien, vgl. Mabillon Tom. II. Analect. p. 682, auf und die im Eulogius der koptischen Kirche eingebettete Aussage „Wir verehren Uriel, als vierten unter den Engeln.“ sichert ihm seine traditionelle Stellung. Viele altorientalische, orthodoxe, slawische sowie die äthiopische Kirche anerkennen Uriel als Engel, meist auch als Erzengel. Uriel wird bei diesen Kirchen bildlich, in Gebeten und in den jeweils verwendeten Schriften dargestellt resp. namentlich erwähnt und angerufen. Eine Vielzahl christlicher Freikirchen in den USA erkennen Uriel ebenfalls als Erzengel an, wobei je nach Fall zu klären wäre, wie stark der Einfluss des esoterischen Bereiches auf die jeweilige Freikirche ist.
Im Islam findet sich keine namentliche Nennung Uriel, da der Begriff erst in lateinischen Texten verwendet wurde. Von Theologen wird aber häufig der Erzengel Uriel mit Israfil gleichgesetzt, womit er als dritter der sieben Erzengel bekannt wäre.
Die jüdische Theologie kennt sieben Erzengel, wobei Uriel, analog der kanonischen Bibel, im Tanach namentlich nicht erwähnt wird, sondern nur im 4. Buch Esra. Da die Namen der Erzengel nicht vollständig durch Nennung belegbar sind und mit Sicht auf den in der Thora erwähnten „Lichtbringer", Num.R. ii.10, bleibt hier Raum für theologische Forschungsarbeit. Eine konkrete Nennung erfolgt in den Aufzeichnungen eines französischen Rabbi des 13. Jahrhunderts, wonach die Anrufung Uriels „10 Mal in einem Atemzug am Morgen“ ein gutes Gelingen des Tageswerkes bewirken soll.